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Interview der Bürgermeisterkandidaten

Auch in diesem Jahr haben wir wieder vor der Wahl die Kandidaten Horst Ansén und Lars Theinert gebeten, uns einige Fragen zu beantworten, damit Sie sich vor der Wahl ein Bild von ihnen machen können. Hier können Sie die Antworten lesen.
   
1. Bitte stellen Sie sich kurz vor
Ansén: Horst Ansén, geb. 1964, verheiratet, 2 Kinder — Ihr Bürgermeister seit Januar 2009. Weitere Informationen finden Sie auf meiner Homepage www.horstansen.de Theinert: Ich heiße Lars Theinert, bin 46 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder mit meiner Frau. Wir wohnen im Orts­teil Lottbek mit unseren 3 Katzen und einem Hund. Ich arbeite als Projekt­leiter für die Entwicklung und den Bau von Test­anlagen in einem mittel­ständischen Unter­nehmen eines Hamburger Physikers.
2. Haben Sie eine persönliche Website?
Ansén: www.horstansen.de oder www.horst-ansen.de Theinert: Ja, www.larstheinert.de
3. Was sind Ihre Beweggründe für die Kandidatur?
Ansén: Bei der Wahl am 30.11.2008 konnte ich mich gegen drei Mitbewerber im ersten Wahl­gang durchsetzen, seit 01.01.2009 bin ich Ihr Bürger­meister. Die Arbeit meiner ersten Amts­zeit hat mir sehr viel Spaß gemacht, in dieser Zeit habe ich für unsere Gemeinde gearbeitet. Gemeinsam wurde in den letzten Jahren vieles auf den Weg gebracht und umgesetzt. Schon bei meiner ersten Wahl war für mich klar, dass ich mich für eine zweite Amtszeit bewerben werde. Meine positive Arbeit möchte ich gerne fort­setzen, mich weiterhin mit Engagement und Freude, sachlich zum Wohle unserer Gemeinde einsetzen. Theinert: Ich finde Ammersbek ist in den letzten Jahren nicht engagiert genug vertreten worden. So wurde es von meinem Gegen­kandidaten oft versäumt, die Initiative für Ammersbek zu ergreifen. Er beschränkte sich meist auf das Reagieren, und das auch nur unter dem Druck der politischen Vertreter. Die wenigen Beispiele einer „eigenen” Regung liefen — siehe Spiel­platz­planung am JuZe/Schäfer­dresch oder KiTa-Bünningstedt — dann eher schief. Auch das Einfordern von Förder­mitteln, z.B. von der AktivRegion „Alsterland” findet in unserer Gemeinde nur von Seiten der Politik statt und nicht von unserem best­bezahlten Mann. Ich denke, wir haben viel mehr Engagement für unser höchstes Amt verdient.
4. Was ist Ihre persönliche Stärke?
Ansén: Ich denke, dass ich sehr sachlich an Themen herangehe und offen bin für inhaltliche Argumente. Ich pflege einen wertschätzenden, respektvollen Umgang mit Anderen, ich kann sehr beharrlich und konsequent meine Ziele verfolgen. Theinert: Wenn ich eine Aufgabe übernehme möchte ich Sie so gut wie möglich — und nicht nur so gut wie nötig — erledigen. Ich kann mich schnell in komplexe Sach­verhalte einarbeiten und pflege einen eher fördernden und motivierenden Führungs­stil. Außerdem habe ich die Fähigkeit die richtigen Menschen zusammen und dann zur Höchst­leistung zu bringen.
5. Bürgermeister zu sein, ist keine einfache Aufgabe. Wo finden Sie Unterstützung und Ausgleich?
Ansén: Berufliche Unterstützung erhalte ich von meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus. Als Bürger­meister ist es wichtig, kompetente und engagierte Mitstreiter zu haben. Das ist zum Glück so! Ausgleich finde ich zu aller erst zu Hause, dort bin ich nicht Bürgermeister, dort bin ich Ehemann und Vater. Gemeinsame Freizeit mit meiner Frau helfen sehr bei der Ent­spannung und sind ein guter Ausgleich. Theinert: Bei Sport und Spiel mit meiner Familie. Bis auf unsere Lütte (3) sind alle sport­begeistert. Bei guten Gesprächen mit netten Menschen, Musik, Garten­arbeit oder den regel­mäßigen Besuchen meiner Mutter an der Ostsee.
6. Wie wollen Sie die Einbindung der Gemeinde in die Metropol­regionen fördern?
Ansén: Die Einbindung ist Bestand­teil meiner Arbeit, sie erfolgt konkret in der Praxis. Mit dem Bezirks­amt Wandsbek erfolgen ein regelmäßiger Austausch und ein Abstimmung über die Landes­grenzen hinweg. Für den schleswig-holsteinischen Gemeinde­tag, Kreis­verband Stormarn bin ich Mitglied in der Fach­arbeits­gruppe Verkehr der Metropol­region. Mit Volksdorf und Bergstedt zusammen haben wir vor kurzem eine gemeinsame Beratungs­stelle für Wohn­raum­anpassung initiiert. Sie sehen, in der Praxis findet die Einbindung konkret statt. Theinert: Es gibt einige Möglich­keiten bezüglich besserer Infra­struktur, deren Ent­wicklung sogar von der Metropol­region Hamburg gefördert wird. Des Weiteren gibt es dringenden Bedarf unsere Nah­erholungs­qualität, ebenso mit ver­schiedenen Förder­mitteln, zu steigern und, z.B. an den Breden­beker Teichen, unsere Interessen mit Nach­druck zu vertreten. Aus dem Mangel an einer weiter­führen­den Schule ergibt sich der dringenden Bedarf nach Kooperationen und Verträgen über gemeinsame Schul­projekte mit unseren Nachbarn. Dies sind wir unserem Nachwuchs schuldig.
7. Wie schätzen Sie die Bedeutung von Ortsbeiräten ein?
Ansén: Unsere Gemeinde hat fünf Ortsteile, die einen sehr unter­schiedlichen Charakter haben. Das ist für mich als Bürger­meister, als auch für die politischen Vertreter eine Heraus­forderung. Bei Entscheidungen und Maßnahmen sind die Bedürf­nisse und Anforderungen der einzelnen Orts­teile zu berücksichtigen. Bei meiner Arbeit habe ich die gesamte Gemeinde im Blick, den Eindruck habe ich auch bei den Gemeinde­vertretern auch. Solange das so ist, halte ich Ortsbeiräte nicht für erforderlich. Theinert: Ich freue mich über jeden, der bereit ist, Verantwortung für unsere Gemeinschaft zu übernehmen, auch wenn ich nicht immer deren Meinung teile. Umso mehr würde es mich freuen, wenn wir dabei neue Gesichter engagierter Bürger in dem Kreis der politisch Aktiven begrüßen dürften.
8. Worin sehen Sie das größte Potenzial bei der Entwicklung der Gemeinde?
Ansén: Unsere Gemeinde hat keine akuten, schwer­wiegenden Probleme. Es gibt genügend Themen die anzupacken bzw. fortzusetzen sind. Wir haben die Möglichkeit gemeinsam, Politik und Verwaltung, zum Wohle unserer Gemeinde zu arbeiten. Die großen Aufgaben, wie z.B. die Schaffung von Krippen­plätzen erfolgten nach sachlicher Diskussion im großen Konsens. Dieses Potential haben wir grund­sätzlich in der Gemeinde. Im Rahmen des Bürger­meister­wahlkampfes wurde durch einzelne Aktionen Vertrauen auf die Probe gestellt. Nach meiner Wahl werde ich das Gespräch mit den Fraktionen suchen um Gemeinsam­keiten auszuloten und die Schwerpunkte der nächsten Jahre festzulegen. Dann sind auch die Parteien gefordert wieder inhaltlich und zum Wohle der Gemeinde zu argumentieren. Wir haben in der Gemeinde die Möglichkeit im breiten Konsens etwas zu entwickeln, wenn alle Beteiligten es wollen. Theinert: In unser verhältnis­mäßig unbebauten Natur, dem damit verbundenen hohen Wohnwert und der verkehrs­mäßigen Nähe zu einer Welt­stadt. All diese Faktoren gilt es zu bewahren und ständig zu verbessern, damit auch spätere Generationen noch in diesen Genuss kommen können. Allerdings müssen wir auch konsequent versuchen, mögliche Investitionen in unsere Gemeinde effizient für diese Zwecke zu nutzen.
9. Worauf würden Sie im Fall Ihrer Wahl das Hauptaugenmerk richten?
Ansén: Als Schlagwort: Fortsetzung der behutsamen Orts­ent­wicklung bei Sicherung unserer Finanzen. Unsere finanziellen Möglich­keiten sind eingeschränkt, trotzdem dürfen wir die Gemeinde nicht kaputt­sparen — diesen Spagat müssen wir hinbekommen. Bei dieser eher pauschalen Aussage würde ich es belassen, die Frage zielte ja nicht auf konkrete „Programm­punkte” ab. Theinert: Eine bessere Lösung des Verkehrs­problems in Lottbek — Stichwort Ampelpark — mittels Förder­mittel der Metropol­region Hamburg und professioneller Hilfe. Der Besetzung vakanter Stellen in KiTa’s und Schulen, mit innovativen Anreizen und über­regionalen Aus­schrei­bungen, sowie der Förderung und lang­fristigen Bindung engagierter Mitarbeiter. Vor allem mit dem Ziel die Gruppen­belegungen nicht am Maximum zu betreiben.
10. Was sind Ihrer Meinung nach die drei dringendsten Probleme, deren Lösung Sie als Bürgermeister vorantreiben wollen?
Ansén:
• Behutsame Innen­entwicklung fortsetzen, damit auch mehr barriere­freier Wohnraum entsteht
• Erhalt unserer Infra­struktur (Schwerpunkt Straßen)
• Finanzielle Leistungsfähigkeit erhalten
Theinert:
• Den Verkehrs­fluss, Straßen- und Wege­zustand mit Förder­mitteln zu verbessern
• Die Verbesserung des Personal­schlüssels in den sozialen Bereichen
• Das Informations­defizit beheben, um mehr Bürger an der politischen Meinungs­bildung zu beteiligen
11. Was muss sich unbedingt in der Gemeinde ändern?
Ansén: Die sachliche Auseinander­setzung mit den Themen sollte mehr in den Vorder­grund treten unabhängig von Partei­interessen. Unser Kompass sollte allein die Frage sein „Was ist gut für unsere Gemeinde?”. Unter­schiedliche Auf­fassungen und Bewertungen müssen dabei nicht unbedingt hinderlich sein, das kann sehr ziel­führend sein. Das klappt manchmal schon ganz gut, wenn es noch besser wird, profitieren wir alle davon. Theinert: Wir müssen anfangen uns gemeinsam für — und nicht nur in — Ammersbek zu streiten. Engagierte Bürger, die in den politischen Strukturen keine Heimat gefunden haben, sollten nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung empfunden werden. So können Sie uns doch allemal helfen, unseren Blick­winkel zu erweitern. Den dringend benötigten politischen Nachwuchs verschrecken diese internen Streitig­keiten zudem auch noch. Wir sollten lieber die Energie nutzen, um nachhaltige Entscheidungen der Mitte, für ganz Ammersbek, zu ermöglichen.
12. Wie könnte ein langfristiges Konzept für den Übergang Ammersbeker Schüler in weiterführende Schulen entwickelt werden?
Ansén: Mein Ziel bleibt es, langfristige, verbindliche Regelungen mit Bargteheide und Ahrensburg bzgl. Der Aufnahme Ammersbeker Schülerinnen und Schüler zu erzielen. Grundsätzlich gelten aber die freie Schulwahl und die Aufnahme der Schulen nach Möglich­keiten (Kapazität). Einen ersten Gedanken­austausch mit Kollege Görtz aus Bargteheide hat es schon gegeben. In ein solches Konzept ist meiner Meinung nach auch die Grund­schule Bünningstedt mit einzubeziehen. Für Grund­schüler aus dem Bargteheider Umland kann ein Angebot in Ammersbek (Bünningstedt) ebenfalls möglich sein. Damit könnte evtl. das Angebot an Grund­schul­plätzen verlagert werden und dadurch mehr Angebote an Plätzen der weiterführenden Schulen entstehen. Gleichzeitig würde der Schul­standort Bünningstedt nachhaltig gesichert werden. Klar ist, dass bei diesem Thema Bargteheide und Ahrensburg mit an den Tisch gehören und die Schul­situation ganzheitlich zu betrachten ist. Theinert: Gemäß der Förder­richt­linien der Metropol­region Hamburg werden Projekte gefördert, die der Verbesserung des Stand­ortes, sowie der Lösung von bestehenden Problemen dienen. Wenn man bedenkt, das die am Rande der Stadt liegenden Schulen der Stadt Hamburg alle übervoll sind, so wir man den Bedarf einer weiterführenden Schule in unserem Einzugs­bereich nicht abstreiten können. Ich glaube, wenn wir uns aus der reagierenden Haltung lösen und die Dinge selbst in die Hand nehmen, dann könnten wir, natürlich wieder mal mit För­derungen, in diesem Falle sogar aus EU-Töpfen, die Situation deutlich verbessern.
13. Wie werden Sie als Bürgermeister auf die demografische Entwicklung der Gemeinde reagieren?
Ansén: Zunächst gilt es das Schlagwort „demografische Entwicklung” zu konkretisieren und genau zu schauen, was bedeutet das für unsere Gemeinde. Das tun wir bereits kreisweit. Ein Projekt, das auch die Auswirkungen der einzelnen Städte und Gemeinden darstellt. Die Maßnahmen der Vergangenheit, z.B. Schaffung von Kinder­betreuungs­plätzen sind auch Maßnahmen die der demografischen Entwicklung Rechnung tragen. Das gilt auch für zusätzlichen Wohnraum, der durch Innen­verdichtung entsteht. Mitwirkung bei der Entstehung einer Beratungs­stelle für Wohnraum­anpassung, Unterstützung des Ehrenamtes, damit „Nachwuchs” sich weiter engagiert — alles auch unter dem Aspekt der demografischen Entwicklung zu sehen. Grundsätzlich gilt es, bei allen Entscheidungen zu überlegen, was bedeutet das für die Zukunft, dabei sind die Entwicklungs­prognosen natürlich mit einzubeziehen. Demografische Entwicklung ist kein Ereignis auf das man mit einer bestimmten Maßnahme reagiert. Theinert: Ich werde, allen Unken­rufen zum Trotze, keine weiteren Kinder mehr zeugen. Hingegen ist nicht nur der barriere­freie Wohnungsbau, den unsere politischen Vertreter immer mehr in die B-Pläne einbetten wichtig, sondern auch das Ammersbeker aller Mobilitäts­grade, egal ob mit Fahrrad, Rollstuhl oder Dreirad überall sicher hinkommen. Hier ist ein gut ausgebautes Wege­netz, abseits der Haupt­verkehrs­adern, mit erheblichen Förder­möglich­keiten, zu gestalten.
14. Haben Sie Führungserfahrung und wie ist Ihr Führungsstil?
Ansén: Ich habe die Führungs­erfahrung meiner bisherigen Bürger­meister­tätigkeit, zuvor habe ich auch Führungs­erfahrung in verschiedenen Bereichen und Funktionen gesammelt. Ich pflege einen situativen Führungs­stil, der grundsätzlich von Respekt im Umgang mit Anderen geprägt ist. Theinert: Ja, habe ich. Ich hatte schon mehrfach das Vergnügen, mir anvertraute Mitarbeiter zu leiten. Ich pflege einen auf­merk­­samen, eher fördernden Führungs­stil, bei dem ich meine Verantwortung darin sehe, die Mitarbeiter zu motivieren und vorbildhaft zu beeindrucken. Ein zufriedener Mitarbeiter wird seinen Job immer besser machen als ein ängstlicher, der nur das eben Nötigste erledigt und sich vor der Verantwortung drückt.
15. Was kann Ihr Mitbewerber besser als Sie?
Ansén: Das weiß ich nicht. Theinert: Entschuldigung, auf diese Frage finde ich keine passende Antwort.
16. Bitte ergänzen Sie: Ammersbek ist für mich…
Ansén: …mein zu Hause und mein Arbeits­platz, „rund um die Uhr” bei mir (in mir) präsent. Theinert: …und meiner Familie Heimat geworden.

 

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